Speicher & Prozessor

Lohnt sich mehr RAM im Notebook?

Wenn Ihr Notebook langsamer wird, während viele Programme geöffnet sind, kann zu wenig Arbeitsspeicher (RAM) die Ursache sein. Der RAM hält Daten bereit, auf die Programme schnell zugreifen müssen. Eine Aufrüstung lohnt sich, wenn der Speicher bei Ihrer üblichen Nutzung wiederholt knapp wird und Ihr Notebook Platz für zusätzliche Module hat.

Reicht der RAM aus, beschleunigt mehr davon den Prozessor nicht. Prüfen Sie dann zuerst, ob der Prozessor, der Datenträger oder ein Hintergrundprogramm die Leistung bremst.

Wann RAM im Alltag bremst

Typische Hinweise sind Verzögerungen beim Wechsel zwischen Programmen, langsame Reaktionen bei vielen geöffneten Browser-Tabs oder Hänger bei großen Foto- und Videoprojekten. Treten solche Probleme vor allem dann auf, wenn mehrere Programme gleichzeitig viel Speicher benötigen, ist wahrscheinlich zu wenig RAM vorhanden. An den Symptomen allein lässt sich das aber nicht sicher erkennen.

Prüfen Sie im Windows-Task-Manager unter Leistung → Arbeitsspeicher, wie viel Speicher bei Ihrer üblichen Arbeitsweise verfügbar bleibt, und behalten Sie auch die Auslastung von Prozessor und Datenträger im Blick. Eine hohe RAM-Belegung allein belegt keinen Speichermangel; entscheidend sind wenig freier Speicher und ein gleichzeitig langsamer reagierendes Notebook. Wenn Prozessor oder Datenträger ausgelastet sind, liegt der Engpass möglicherweise dort.

Fehlt RAM, verschiebt Windows weniger aktive Daten in eine Auslagerungsdatei auf dem Datenträger. Das schafft Platz im Arbeitsspeicher, der Zugriff auf diese Daten dauert aber länger. Verzögerungen können dadurch besonders beim Wechsel zwischen gleichzeitig geöffneten Programmen auffallen.

Wie viel Leistung RAM bringt

Mehr Arbeitsspeicher hilft vor allem dabei, mehrere Programme oder größere Projekte gleichzeitig flüssig zu nutzen. Wenn Ihr bisheriger Speicher für die laufenden Aufgaben ausreicht, bringt zusätzliche Kapazität dagegen oft keinen klar spürbaren Geschwindigkeitsgewinn.

Microsoft nennt als grobe Orientierung mindestens 4 GB für grundlegende Aufgaben wie Surfen, Dokumente und Streaming, 8 GB für eine längerfristige Nutzung und 16 GB oder mehr für Foto- und Videobearbeitung oder besonders anspruchsvolle Aufgaben. Das sind allgemeine Richtwerte, keine Garantie für eine bestimmte Leistung. Entscheidend sind Ihre Programme und wie viele davon Sie gleichzeitig nutzen.

Ein älterer Desktop-Test von 2016 veranschaulicht den Unterschied: Bei gewöhnlichen Aufgaben zeigte sich zwischen 8 und 16 GB kaum ein greifbarer Vorteil, während ein besonders speicherintensiver Test mit weniger RAM deutlich langsamer lief. Die Messwerte lassen sich nicht direkt auf heutige Notebooks übertragen. Sie zeigen aber, warum ein Upgrade vor allem dann wirkt, wenn zuvor tatsächlich Speicher gefehlt hat.

Welche Notebooks aufrüstbar sind

Bei manchen Notebooks ist der Arbeitsspeicher fest auf der Hauptplatine verlötet. Sie können ihn dann nicht durch zusätzliche Steckmodule erweitern. Andere Geräte besitzen einen oder mehrere Speichersteckplätze. Bei einigen ist zusätzlich ein Teil des RAM verlötet und nur der Rest steckbar.

Prüfen Sie deshalb die Angaben zu Ihrem genauen Modell und seiner Ausstattungsvariante. Eine Produktreihe kann sowohl aufrüstbare als auch nicht aufrüstbare Varianten enthalten. Beim Lenovo IdeaPad Pro 5 16APH8 nennt das Herstellerdatenblatt beispielsweise Varianten mit 16 oder 32 GB verlötetem Speicher und ohne Speichersteckplätze. Bei diesem Modell ist der Arbeitsspeicher nicht nachträglich aufrüstbar.

Was Sie vor dem Kauf prüfen

Prüfen Sie zuerst, ob das Notebook freie Steckplätze hat und welche Speicherart es unterstützt. Sehen Sie auch nach, wie viel Arbeitsspeicher das Notebook aufnehmen kann. Falls bereits alle Steckplätze belegt sind, muss ein vorhandenes Modul möglicherweise durch ein größeres ersetzt werden. Die Herstellerangaben zum konkreten Modell sind dafür verlässlicher als die Bezeichnung einer Notebook-Serie allein.

Wenn Sie beim üblichen Gebrauch noch ausreichend verfügbaren Speicher haben, lohnt sich ein Upgrade wahrscheinlich wenig. Prüfen Sie in diesem Fall zunächst die Auslastung von Prozessor und Datenträger und schließen Sie unnötige Hintergrundprogramme. Verlöteten RAM können Sie nicht nachrüsten; dann ist eine passende Ausstattung schon beim Gerätekauf entscheidend.