Ultrabook kaufen: Worauf Sie achten sollten
Ein Ultrabook ist ein Notebook für unterwegs: flach, leicht, mit einer Akkulaufzeit, die einen Arbeitstag überbrückt. Die Geräte wiegen unter 1,5 Kilogramm und verzichten dafür auf einiges, was größere Laptops mitbringen.
Beim Kauf zählt zuerst, wie Sie das Gerät nutzen, nicht die längste Ausstattungsliste. Wer es täglich in den Rucksack packt, legt mehr Wert auf Gewicht und Akku als jemand, der es fast nur am Schreibtisch nutzt. Drei Fragen helfen bei der Entscheidung: Wo arbeiten Sie, wie lange bleibt es ohne Steckdose, welche Geräte schließen Sie an?
Gewicht und Größe
Das Gewicht ist der eigentliche Grund, ein Ultrabook zu kaufen. Alles unter 1,5 Kilogramm gehört in diese Klasse, viele Modelle liegen deutlich darunter. Ein halbes Kilogramm Unterschied klingt auf dem Papier klein, ist aber auf dem täglichen Weg zur Arbeit deutlich spürbar. Rechnen Sie das Netzteil mit: Ein kompaktes USB-C-Ladegerät passt in jede Tasche, ein klassisches Netzteil mit Kabel und Kasten wiegt spürbar mehr.
Auch die Gehäusegröße entscheidet über den Alltagsnutzen. Ein Gerät mit einem kleineren Display lässt sich leichter auf einem Zugtisch abstellen und findet in fast jeder Tasche Platz. Modelle mit größerem Bildschirm bieten mehr Arbeitsfläche, sind aber entsprechend größer und schwerer. Wer viel unterwegs ist, sollte beide Größen im Geschäft in die Hand nehmen, bevor er sich festlegt.
Akkulaufzeit realistisch einschätzen
So wichtig das Gewicht für den Transport ist, so wichtig ist der Akku für die Zeit ohne Steckdose. Hersteller versprechen für moderne Ultrabooks Laufzeiten von über 10 Stunden. Diese Werte entstehen unter Idealbedingungen: gedimmtes Display, wenig WLAN, einfache Büroarbeit. Im Alltag sinkt die Laufzeit deutlich, sobald viele Browser-Tabs offen sind, eine Videokonferenz läuft oder das Display im hellen Zugabteil auf voller Helligkeit arbeitet. Rechnen Sie deshalb mit einem spürbaren Abschlag von der beworbenen Zahl.
Wer einen vollen Arbeitstag ohne Steckdose schaffen will, wählt ein Modell, das laut Hersteller deutlich mehr als 10 Stunden schafft, und hält die Displayhelligkeit im Griff. Die Helligkeit ist der größte Stromfresser im Alltag, noch vor WLAN und Prozessorlast.
Displaygröße und Auflösung
Neben Gewicht und Akku bestimmt das Display, wie angenehm das Gerät zu bedienen ist. Die meisten Ultrabooks haben kompakte Displays. Diese Größe ist ein Kompromiss: groß genug für konzentriertes Arbeiten, klein genug für Rucksack, Zugtisch und enge Sitzreihen. Ein größeres Panel mit schmalen Rändern passt in ein Gehäuse, das früher für kleinere Displays üblich war. Prüfen Sie deshalb die Gehäusemaße, nicht nur die Displaydiagonale.
Bei der Auflösung entscheidet die Arbeitsfläche: Ein hochauflösendes Display zeigt mehr Fenster nebeneinander, macht Schrift und Symbole aber kleiner. Wer viel mit Tabellen und Dokumenten arbeitet, sollte die Skalierung im Betriebssystem ausprobieren. OLED-Displays liefern kräftige Farben und tiefes Schwarz, verbrauchen bei hellen Inhalten aber mehr Strom als ein gutes LCD-Panel. Für lange Akkulaufzeiten ist ein mattes Display oft die bessere Wahl, weil es bei Gegenlicht weniger blendet und seltener auf volle Helligkeit gestellt werden muss.
Leistung und Arbeitsspeicher
Ein gutes Display hilft wenig, wenn die Leistung für Ihre Arbeit nicht reicht. Für Büroarbeit, E-Mail, Browser und Videokonferenzen genügt die Leistung moderner Ultrabooks völlig. Die Grenzen zeigen sich unter Dauerlast: Videoschnitt, große Datenmengen oder aufwendige 3D-Anwendungen bringen die dünnen Gehäuse an ihre Kühlgrenzen. Die Leistung sinkt, das Gerät wird warm, die Lüfter werden hörbar.
Entscheidend ist der Arbeitsspeicher, denn viele Ultrabooks haben den RAM fest verlötet. Nachrüsten ist dann unmöglich. Ein ausreichend großer Arbeitsspeicher ist ein guter Richtwert, wenn das Gerät mehrere Jahre halten soll. Auch die SSD ist in vielen Modellen fest verbaut, ein späterer Tausch gegen eine größere Platte ist je nach Modell schwierig oder unmöglich. Klären Sie das vor dem Kauf, wenn Sie viel Speicherplatz brauchen.
Verarbeitung und Material
Die Leistung nützt nur, wenn das Gerät auch nach Jahren noch solide ist. Die Verarbeitung zeigt sich nicht im Datenblatt, sondern erst nach Monaten im Alltag. Gehäuse aus Aluminium oder Magnesium fühlen sich stabil an, leiten Wärme gut ab und verzeihen den einen oder anderen Stoß. Kunststoffgehäuse sind günstiger, knarzen aber eher und geben bei Druck auf die Tastatur nach.
Prüfen Sie vor dem Kauf, ob sich das Display mit einer Hand öffnen lässt, ob das Scharnier sauber läuft und ob die Tastatur beim Tippen durchbiegt. Diese Punkte sagen mehr über die Qualität als das Markenlogo. Auch die Tastatur selbst lohnt einen Test: Hub, Tippgefühl und Tastengröße unterscheiden sich von Modell zu Modell deutlich.
Ports und Anschlüsse
Zur täglichen Nutzung gehören auch die Anschlüsse. Dünne Gehäuse haben weniger Platz für Anschlüsse: Die meisten Ultrabooks bieten zwei oder drei USB-C-Anschlüsse, einen Kopfhöreranschluss und manchmal einen Kartenleser. Klassische USB-A-Ports und HDMI sind seltener geworden. Wer regelmäßig einen Beamer anschließt, eine Maus mit USB-Empfänger nutzt oder eine ältere externe Festplatte betreibt, braucht einen Adapter oder einen kleinen Hub.
Zählen Sie vor dem Kauf die Geräte, die Sie anschließen wollen, und vergleichen Sie sie mit den vorhandenen Ports. USB-C mit Thunderbolt ist praktisch, weil ein einzelner Anschluss Bildsignal, Daten und Strom überträgt. Achten Sie außerdem darauf, ob das Ladegerät über USB-C läuft: Dann genügt ein einziges Netzteil für Laptop, Telefon und Kopfhörer.
Wo Ultrabooks Abstriche machen
Jedes Ultrabook ist eine Sammlung von Kompromissen. Wer sie kennt, kann bewusst entscheiden, welche Einschränkung er akzeptiert:
- Wenige Anschlüsse: Für Beamer, USB-A-Geräte und kabelgebundenes Netz brauchen Sie oft einen Hub.
- Fester Arbeitsspeicher: RAM ist meist verlötet, die SSD je nach Modell ebenfalls.
- Begrenzte Kühlung: Unter Dauerlast sinkt die Leistung, das Gerät wird warm und laut.
- Kleine Displays: Kompakte Bildschirmgrößen sind Standard, größere Panels machen das Gerät schwerer und sperriger.
- Fester Akku: In den meisten Modellen lässt sich der Akku nicht ohne Werkstatt tauschen.
Dazu kommt der Preis: Für die gleiche Ausstattung zahlen Sie bei einem besonders leichten und dünnen Gerät in der Regel mehr als bei einem größeren Notebook. Das ist der Preis für Mobilität. Überlegen Sie deshalb vor dem Kauf, welche Kompromisse Sie im Alltag wirklich stören. Wer fast nur am Schreibtisch arbeitet, braucht kein besonders leichtes Gerät. Wer täglich pendelt, sollte bei Gewicht und Akku nicht sparen.