Notebook als Medienzentrale im Wohnzimmer
Ein Notebook streamt Serien und Filme, spielt Musik und startet Spiele auf dem Fernseher im Wohnzimmer. Gegenüber einem Smart-TV bietet es mehr Flexibilität: Sie installieren nur die Dienste, die Sie nutzen, und bedienen alles per Fernbedienung oder Gamepad.
Achten Sie auf die HDMI-Verbindung, den Ton über Lautsprecher oder Receiver, die passende Bildschirmgröße und die Bedienung vom Sofa aus.
HDMI-Verbindung zum Fernseher
Der wichtigste Schritt ist die Verbindung zwischen Notebook und Fernseher. Die meisten Notebooks haben einen HDMI-Ausgang, der Bild und Ton gemeinsam überträgt. Schließen Sie das Notebook per HDMI-Kabel an den Fernseher an und wählen Sie am Fernseher den richtigen Eingang. Das Notebook erkennt den Fernseher in der Regel automatisch als zweiten Bildschirm. Sie können dann entscheiden, ob Sie den Bildschirm spiegeln oder als erweiterten Desktop nutzen. Für den Wohnzimmerbetrieb stellen Sie den Fernseher als primären Bildschirm ein und klappen den Notebook-Bildschirm zu, sofern das Gerät im geschlossenen Zustand weiterläuft. Viele Notebooks haben einen Energiesparmodus für den Betrieb mit geschlossenem Deckel.
Kaufen Sie ein Kabel, das lang genug ist, damit Sie das Notebook nicht in eine unpassende Ecke stellen müssen. Ein Kabel von zwei bis drei Metern reicht für die meisten Wohnzimmer. Wenn Ihr Notebook nur einen Mini-DisplayPort oder USB-C mit DisplayPort-Unterstützung hat, brauchen Sie einen passenden Adapter. Prüfen Sie vorher, ob der Adapter auch Ton überträgt. Das ist nicht bei allen Modellen der Fall.
Ton über Lautsprecher oder Receiver
Der Ton läuft über dasselbe HDMI-Kabel zum Fernseher. Die Lautsprecher des Fernsehers geben dann den Ton wieder. Wenn Sie eine Soundbar oder einen AV-Receiver besitzen, schließen Sie diese am besten direkt an den Fernseher an, nicht an das Notebook. So bleibt die Verkabelung einfach und Sie können zwischen Fernseher, Notebook und anderen Quellen umschalten, ohne am Notebook etwas zu ändern. Der Fernseher leitet den Ton vom HDMI-Eingang an die angeschlossenen Lautsprecher weiter.
Für besseren Klang können Sie das Notebook auch per Bluetooth mit einer Soundbar oder Lautsprechern verbinden. Das funktioniert unkompliziert, hat aber eine leichte Verzögerung. Bei Filmen kann das stören, weil Bild und Ton dann nicht synchron sind. Eine kabelgebundene Verbindung über HDMI oder ein optisches Kabel vom Fernseher an die Anlage ist zuverlässiger. Wenn Sie Wert auf Raumklang legen, prüfen Sie, ob Ihr Fernseher und Ihr Receiver Dolby Atmos unterstützen und ob das Notebook diese Tonspur an den Fernseher durchreicht. Bei älteren Notebooks oder Treiberproblemen kann es nötig sein, die Audioausgabe in den Systemeinstellungen manuell auf den HDMI-Ausgang zu stellen.
Displaygröße und Sitzabstand
Die Bildschirmgröße des Fernsehers bestimmt, wie gut Sie Filme und Serien genießen können. Die passende Bildschirmgröße hängt vom Sitzabstand ab: Für einen Abstand von zwei bis drei Metern eignet sich ein Fernseher mit mittlerer Bildschirmdiagonale, für drei bis vier Meter ein größeres Gerät. Das Notebook selbst muss diese Größe nicht leisten, es liefert nur das Signal. Die Auflösung des Notebooks muss zur Auflösung des Fernsehers passen. Wenn der Fernseher 4K kann, das Notebook aber nur Full HD ausgibt, zeigt der Fernseher das Bild hochskaliert, was etwas weicher wirkt. Neuere Notebooks mit einer aktuellen HDMI-Version können 4K mit hoher Bildwiederholrate übertragen. Prüfen Sie die technischen Daten Ihres Notebooks, bevor Sie einen 4K-Fernseher anschließen. Stellen Sie die Bildschirmauflösung in den Systemeinstellungen auf die native Auflösung des Fernsehers ein.
Bedienung mit Fernbedienung und Gamepad
Die größte Hürde beim Notebook im Wohnzimmer ist die Bedienung aus der Sofaposition. Eine Maus auf dem Couchtisch ist unpraktisch. Die Lösung sind Fernbedienungen und Gamepads. Für Media-Center-Software wie Kodi gibt es eine offizielle App für Smartphone und Tablet, die das Gerät in eine Fernbedienung verwandelt. Sie steuern damit die Wiedergabe, navigieren durch die Mediathek und geben Texte ein, ohne aufzustehen. Die App verbindet sich über das WLAN mit dem Notebook, beide Geräte müssen dafür im selben Netzwerk sein.
Auch Gamepads eignen sich gut zur Steuerung. Xbox- und PlayStation-Controller werden von Windows und den meisten Media-Center-Programmen direkt erkannt. Mit einem Gamepad bedienen Sie Kodi, Retro-Spiele über Retroarch und Spiele aus Ihrer Steam-Bibliothek bequem vom Sofa aus. Maus und Tastatur brauchen Sie dann nur noch für die Einrichtung und gelegentliche Wartung, etwa für Updates oder die Installation neuer Programme. Schließen Sie sie temporär an und verstauen Sie sie danach wieder.
Was das Notebook für den Dauerbetrieb braucht
Ein Notebook ist nicht für den Dauerbetrieb im Wohnzimmer gebaut, aber mit ein paar Vorkehrungen hält es durch. Stellen Sie sicher, dass das Gerät auf einer festen Unterlage steht und die Lüftungsschlitze frei sind. Ein Notebook, das dauerhaft auf einem Sofa oder Teppich liegt, überhitzt schnell. Wenn Sie das Notebook längere Zeit mit geschlossenem Deckel betreiben, prüfen Sie, ob die Wärme über die Tastatur oder die Unterseite abgeführt wird. Manche Modelle werden bei geschlossenem Deckel zu heiß, dann lassen Sie den Deckel einen Spalt offen oder nutzen einen Laptop-Ständer.
Für den Dauerbetrieb am Stromnetz stellen Sie den Energiesparmodus so ein, dass das Notebook nicht in den Ruhezustand fällt, wenn Sie es nicht bedienen. In den Windows-Einstellungen können Sie festlegen, dass das Gerät bei geschlossenem Deckel weiterläuft und der Bildschirm sich nicht abschaltet. So bleibt die Medienzentrale jederzeit bereit, wenn Sie eine Serie starten oder Musik abspielen möchten.