Leise Notebooks finden
Ein regelmäßig anspringender Lüfter stört beim Schreiben, in Videokonferenzen und bei Aufnahmen in ruhigen Räumen. Achten Sie deshalb darauf, wie laut das Notebook im Alltag ist und bei längeren Aufgaben, die Prozessor oder Grafikchip stark beanspruchen.
Lüfterlose Notebooks bleiben bei leichten Aufgaben besonders leise, begrenzen bei längerer Rechenlast wegen der Wärme aber oft die Leistung. Bei Notebooks mit Lüfter hängt die Lautstärke vom Kühlverhalten ab. Die Lüftersteuerung bestimmt, wann sie anspringen; auch die aktive Leistungseinstellung spielt eine Rolle.
Bauform und Lüftergeräusch
Ein lüfterloses Notebook oder Tablet gibt kein Lüftergeräusch von sich. Das passt zu Schreibarbeiten, Surfen und Videowiedergabe, sofern die Leistung für diese Aufgaben reicht. Bei dauerhaft hoher Auslastung kann das Gerät seine Leistung senken, damit es nicht zu heiß wird.
Schlanke Notebooks und Convertibles sind dagegen nicht automatisch lüfterlos. Ein Test des Surface Pro 9 maß unter Volllast einen Schallpegel von knapp 42 dB(A). Laut Testbericht sprang der Lüfter auch bei alltäglicher Nutzung häufiger an als beim Vorgänger. Die Bezeichnung „Convertible“ sagt daher wenig darüber aus, wie ruhig ein bestimmtes Modell arbeitet.
Größere Gaming-Notebooks können im Leerlauf leise sein und unter Last deutlich hörbar werden. Beim Lenovo Legion 7 16 standen die Lüfter im Leerlauf oft still; im Stresstest erreichte das Gerät bis zu 54 dB(A). Größe und Gehäusedicke schaffen Platz für Kühlung, geben aber weder Lüftersteuerung noch Leistungsaufnahme vor und taugen allein deshalb nicht als zuverlässige Kaufregel.
Lüfterlautstärke nach Aufgabe
Für Schreiben, E-Mail und Surfen sind Messungen nützlich, wenn das Notebook kaum arbeitet (Leerlauf) und bei leichter Auslastung. Prüfen Sie auch, ob der Lüfter dauerhaft läuft oder regelmäßig anspringt. Bei Videokonferenzen und konzentrierter Arbeit kann ein wechselndes Geräusch mehr auffallen als ein gleichmäßiges Lüfterrauschen.
Für Spiele, Videobearbeitung oder andere längere Rechenaufgaben zählen die Messwerte unter Last. Ein Test des Gigabyte Gaming A16 maß im Leerlauf einen Schallpegel von 25 bis 27 dB(A), im Spielemodus unter Last dagegen 54 bis 55 dB(A). Diese Werte gelten für das getestete Modell und dessen Testbedingungen. Sie sind kein Richtwert für alle Gaming-Notebooks.
Wenn Sie Audio aufnehmen oder in einer besonders ruhigen Umgebung arbeiten, achten Sie außerdem auf Beschreibungen des Geräuschs. Ein einzelner Pegelwert zeigt nicht, ob der Lüfterton hoch klingt, pulsiert oder häufig seine Drehzahl ändert. Solche Eigenschaften lassen sich aus Zahlen allein nicht ablesen.
Kühlung und Lüfterlautstärke
Bei hoher Leistung entsteht mehr Wärme. Die Lüfter drehen dann schneller oder laufen länger, um sie abzuführen. Mit einem sparsamer eingestellten Leistungsprofil laufen die Lüfter möglicherweise weniger. Dafür steht unter Umständen weniger Rechenleistung zur Verfügung. Nutzen Sie ein leiseres Profil, wenn Sie bei Büroaufgaben weniger Leistung benötigen, und prüfen Sie vor dem Kauf, ob es auch für Ihre anspruchsvollsten Aufgaben reicht.
Auch eine aufwendige Kühlung sorgt nicht automatisch für leisen Betrieb. In einem Test des XMG Neo 16 wurden bei einer Videoumwandlung mit Luftkühlung 52 dB(A) gemessen. Mit angeschlossener externer Wasserkühlung und dem Modus „Leise“ waren es 42 dB(A); die Pumpe war anfangs hörbar. Das Beispiel beschreibt einen einzelnen Testaufbau. Für die meisten Käufer ist es vor allem ein Hinweis darauf, dass Kühlung zusätzliche Geräuschquellen mitbringen kann.
Halten Sie im Betrieb die Lüftungsöffnungen frei. Stellen Sie das Notebook auf eine feste, ebene Fläche und vermeiden Sie Unterlagen, die die Luftzufuhr verdecken. Wenn ein Gerät bei geringer Auslastung ungewöhnlich laut bleibt, prüfen Sie zuerst, ob Programme im Hintergrund arbeiten oder die Lüftungsöffnungen verschmutzt sind.
dB(A)-Werte vergleichen
dB(A) bezeichnet einen Schallpegel, der die unterschiedliche Empfindlichkeit des menschlichen Gehörs für verschiedene Tonhöhen berücksichtigt. Die Dezibelskala ist logarithmisch. Ein höherer Messwert bedeutet daher nicht einfach einen entsprechend höheren Prozentanteil an wahrgenommener Lautstärke.
Vergleichen Sie Messwerte möglichst innerhalb derselben Testreihe. Verschiedene Tests messen aus unterschiedlichen Abständen und unter verschiedenen Bedingungen. So verwenden manche einen Abstand von 15 Zentimetern, andere 25 oder 40 Zentimetern. Auch die Geräusche im Raum spielen eine Rolle. Ebenso beeinflussen die Auslastung des Notebooks und die gewählte Leistungseinstellung das Ergebnis. Ein Wert aus einem Test lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres direkt mit dem Wert eines anderen vergleichen.
Worauf Sie beim Kauf achten
Suchen Sie in unabhängigen Tests nach Angaben zu Leerlauf, leichter Last und längerer Belastung. Achten Sie darauf, in welchem Leistungsmodus die Redaktion gemessen hat und ob sie beschreibt, wann der Lüfter anspringt. Für den Alltag ist das Lüfterverhalten bei geringer Last entscheidend; für Spiele oder Videobearbeitung brauchen Sie zusätzlich Messwerte unter Last.
Prüfen Sie außerdem, ob das getestete Gerät genug Leistung für Ihre Aufgaben bietet, wenn Sie ein leiseres Profil verwenden. Wenn absolute Ruhe bei leichten Aufgaben Vorrang hat, ist ein lüfterloses Modell eine passende Wahl. Benötigen Sie regelmäßig hohe Dauerleistung, sollten Sie ein Notebook suchen, dessen Lastgeräusch im passenden Modus ausdrücklich getestet wurde.