Komponenten fürs Gaming-Notebook wählen
Bei einem Gaming-Notebook hat die Grafikkarte großen Einfluss auf die Spieleleistung. Kühlung, Prozessor, Arbeitsspeicher und Display müssen dazu passen. Viele Bauteile lassen sich später nicht austauschen. Deshalb wählen Sie beim Kauf die passende Ausstattung, statt das Notebook aus Einzelteilen zusammenzubauen.
Legen Sie zuerst fest, welche Spiele Sie spielen. Überlegen Sie auch, welche Bildqualität Sie erwarten und wie oft Sie das Notebook mitnehmen. So erkennen Sie, für welche Ausstattung sich ein Aufpreis lohnt und was für Ihren Alltag genügt.
Größe und Display wählen
Spielen Sie meist am Schreibtisch, kann ein kompakteres Notebook mit einem externen Monitor gut passen. Ob diese Lösung günstiger ist als ein größeres Notebookdisplay, hängt von den konkreten Geräten und Preisen ab. Für häufige Reisen sind Gewicht und Gehäusegröße wichtiger, während ein größeres Display mehr Platz fürs Spiel bietet.
Vergleichen Sie neben der Bildschirmdiagonale auch Auflösung, Bildwiederholrate und Bildschirmqualität. Die Bildwiederholrate gibt an, wie oft der Bildschirm das Bild pro Sekunde aktualisiert. Eine hohe Auflösung stellt mehr Bilddetails dar, verlangt der Grafikkarte aber auch mehr Leistung ab. Prüfen Sie deshalb, ob das Notebook Ihre bevorzugten Spiele bei der gewünschten Auflösung und Bildrate flüssig darstellen kann.
Grafikkarte und Kühlung vergleichen
Die Grafikkarte, auch GPU genannt, berechnet die Spielgrafik und prägt die Bildrate sowie die möglichen Grafikeinstellungen. Bei Notebooks reicht der Name des Grafikchips für einen Vergleich nicht aus. Auch der eigene Grafikspeicher, die Leistungsaufnahme und die Kühlung beeinflussen die Leistung.
Herstellerangaben zu Laptop-Grafikkarten der RTX-50-Serie von NVIDIA zeigen, wie unterschiedlich die Modelle ausgelegt sind: Die angegebene Leistungsaufnahme der GPU reicht je nach Modell von 35 bis 150 Watt. Die Werte zeigen, dass Modelle derselben Serie unterschiedlich ausgelegt sind, erlauben aber keinen direkten Leistungsvergleich zwischen Notebooks. Prüfen Sie daher die Daten des genauen Notebookmodells und suchen Sie nach Tests, die dessen Spieleleistung unter längerer Last messen.
Achten Sie außerdem darauf, ob das Gerät eine separate Grafikkarte mit eigenem Grafikspeicher besitzt. Integrierte Grafik greift dagegen auf den Arbeitsspeicher des Notebooks zurück. Wie viel Grafikspeicher sinnvoll ist, richtet sich nach den Spielen. Auch Auflösung und gewählte Details spielen eine Rolle. Mehr Speicher allein bedeutet nicht automatisch höhere Spieleleistung.
Prozessorleistung unter Last prüfen
Der Prozessor berechnet Vorgänge im Spiel und erledigt andere Aufgaben. Er fällt besonders bei Spielen mit vielen Berechnungen ins Gewicht und wenn Sie neben dem Spielen streamen oder aufnehmen. Trotzdem bringt ein besonders schneller Prozessor wenig, wenn Grafikkarte und Kühlung nicht dazu passen.
In einem Notebook teilen sich die Bauteile begrenzte Leistungs- und Wärmereserven. Achten Sie deshalb auf Messungen des konkreten Modells unter längerer Spielelast. Kurzzeitige Spitzenwerte oder alleinige Angaben zu Taktfrequenz und Kernzahl zeigen nicht, welche Leistung das Gerät dauerhaft hält. Ein leistungsstärkerer Prozessor kann mehr Strom aufnehmen und Wärme erzeugen; wie stark, hängt von der Auslastung und der Auslegung des Notebooks ab.
Arbeitsspeicher passend wählen
Zusätzlicher Arbeitsspeicher hilft, wenn Spiele und gleichzeitig geöffnete Programme den vorhandenen Speicher voll nutzen. Er steigert die Bildrate jedoch nicht automatisch. Prüfen Sie vor dem Kauf, wie viel Speicher verbaut ist und ob die gewünschten Spiele zusammen mit Ihren übrigen Programmen damit auskommen.
Achten Sie auch auf die Aufrüstbarkeit: Manche Notebooks haben zugängliche Speichersteckplätze, bei anderen ist der Arbeitsspeicher teilweise oder vollständig fest verlötet. Die technischen Daten und Servicehinweise des genauen Modells geben Auskunft darüber. Eine pauschale Empfehlung, den Speicher stets zu maximieren, führt daher nicht für jedes Gerät zum besten Preis-Leistungs-Verhältnis.
SSD und Speicherplatz prüfen
Eine SSD, also ein Laufwerk ohne bewegliche Teile, startet den Rechner und lädt Dateien in der Regel schneller als eine klassische Festplatte. Das verkürzt Ladezeiten, erhöht aber nicht automatisch die Bildrate im Spiel. Wie deutlich sich eine SSD beim Spielen bemerkbar macht, hängt vom jeweiligen Spiel und Gerät ab.
Vergleichen Sie deshalb sowohl die Geschwindigkeit als auch die Kapazität. Große Spielebibliotheken benötigen viel Speicherplatz. Prüfen Sie, ob das Notebook einen zweiten Laufwerksplatz bietet oder ob sich die SSD später austauschen lässt.
Aufrüstbarkeit vorher klären
Ein Notebook lässt sich nicht so frei aus Einzelteilen zusammenstellen wie ein Desktop-PC. Arbeitsspeicher und SSD sind je nach Modell teilweise austauschbar. Bei Prozessor und Grafikkarte sollten Sie nicht mit einem späteren Wechsel rechnen, sofern der Hersteller keine ausdrückliche Aufrüstmöglichkeit nennt.
Das gilt auch für gebrauchte Geräte: Ein älteres Notebook eignet sich nicht automatisch schlecht für neue Spiele. Entscheidend sind die Leistung im konkreten Spiel, der Zustand von Kühlung und Akku sowie Preis und Rückgabemöglichkeiten. Vergleichen Sie die Ausstattung mit den Anforderungen Ihrer Spiele und prüfen Sie, ob das Gerät unter längerer Last zuverlässig arbeitet.