Kaufberatung

5 typische Fehler beim Notebook-Kauf

Ein Notebook passt zu Ihrem Alltag, wenn Leistung, Bildschirm, Akku und Anschlüsse zu Ihren Aufgaben passen. Wer vor allem auf auffällige Prozessoren oder niedrige Preise achtet, übersieht leicht diese Anforderungen.

Belegte Zahlen dazu, welche Fehlkäufe am häufigsten sind, gibt es nicht. Die fünf verbreiteten Fehlentscheidungen zeigen, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten und welche Fragen eine gute Beratung klärt.

1. Nach dem Prozessor kaufen

Ein bekannter Prozessorname oder eine hohe Taktfrequenz klingt überzeugend. Für sich genommen sagt beides aber wenig darüber aus, wie schnell das Notebook Ihre Aufgaben erledigt. Wichtig sind auch die Zahl der Prozessorkerne und der Stromverbrauch. Außerdem zählt, wie gut der Prozessor mit den übrigen Bauteilen zusammenarbeitet. Für Internet und Büroarbeit reicht häufig die Grafik im Prozessor. Auch bei Videokonferenzen genügt sie oft. Anspruchsvolle Spiele und Videoschnitt profitieren dagegen eher von einem eigenen Grafikchip. Das gilt auch für bestimmte Designaufgaben.

Notieren Sie vor dem Vergleich drei bis fünf typische Aufgaben. Dazu zählen etwa viele geöffnete Browser-Tabs; vielleicht bearbeiten Sie Bilder oder spielen aktuelle Spiele. So sehen Sie, wie leistungsstark Ihr Notebook sein muss, und zahlen nicht für Ausstattung, die Sie nicht nutzen. Das Umweltbundesamt empfiehlt ebenfalls, die Rechenleistung am tatsächlichen Bedarf auszurichten.

2. Zu wenig Speicher einplanen

Der Arbeitsspeicher hält Daten bereit, die Programme gerade verwenden. Wenn der Arbeitsspeicher zu klein ist, wird es schnell mühsam, mehrere Programme gleichzeitig zu nutzen. Stiftung Warentest empfiehlt mindestens 16 GB Arbeitsspeicher; für aufwendige Aufgaben wie Videoschnitt oder Design sind 32 GB oder mehr sinnvoll. CHIP nennt niedrigere Werte als Einstieg und empfiehlt für mehrere parallel genutzte Büroprogramme ebenfalls 16 GB. Die passende Menge hängt also von Ihrer Nutzung ab.

Auch beim Datenspeicher zählt der eigene Bedarf. Eine SSD ist ein schneller Datenträger mit Flash-Speicher. Darauf liegen das Betriebssystem, die Programme und Ihre persönlichen Dateien. Stiftung Warentest empfiehlt mindestens 256 GB. Wenn Sie viele Fotos oder Videos auf dem Notebook speichern, sind 512 GB oder 1 TB sinnvoller. Prüfen Sie außerdem, ob sich der Arbeitsspeicher bei genau der Modellvariante später erweitern lässt. Bei manchen Notebooks ist das nicht möglich. Eine externe SSD, ein Netzwerkspeicher oder ein Cloud-Dienst kann zusätzlichen Platz schaffen, ersetzt aber nicht automatisch den Speicher, den Sie unterwegs benötigen.

3. Bildschirm und Tastatur übersehen

Eine hohe Auflösung allein macht einen Bildschirm nicht angenehm. Für viele Alltagsaufgaben sind Full HD und mindestens 200 cd/m² ein guter Richtwert. Die Einheit cd/m² gibt an, wie hell ein Bildschirm leuchten kann. Arbeiten Sie oft in hellen Räumen oder am Fenster, achten Sie besonders auf die Helligkeit. Für Bildbearbeitung zählt zusätzlich, wie viele Farben der Bildschirm korrekt darstellen kann. Für normale Büroarbeit ist das meist weniger wichtig.

Größe und Format sollten ebenfalls zum Einsatz passen. Ein größerer Bildschirm erleichtert die Arbeit mit mehreren Fenstern, beansprucht aber mehr Platz und macht das Notebook meist weniger handlich. Wenn möglich, testen Sie Tastatur und Touchpad im Geschäft. Wer täglich viel schreibt, spürt eine unbequeme Tastatur stärker als einen kleinen Unterschied bei der Prozessorleistung.

4. Mobilität und Akku falsch einschätzen

Die Bildschirmdiagonale verrät nicht allein, ob ein Notebook gut zu Ihrem Arbeitsweg passt. Berücksichtigen Sie auch das Gewicht des Geräts samt Netzteil. Ein großes Modell ist am Schreibtisch angenehm, kann beim täglichen Transport aber lästig werden. Ein besonders kleines Display wiederum erschwert längere Arbeitstage. Wenn Sie überwiegend an einem festen Platz arbeiten, verbessern ein externer Bildschirm, eine Tastatur und eine Maus die Haltung.

Herstellerangaben zur Akkulaufzeit sind Richtwerte. Die tatsächliche Laufzeit hängt unter anderem von der Bildschirmhelligkeit sowie davon ab, wie stark Prozessor und Grafik arbeiten. Vergleichen Sie daher unabhängige Praxistests, bei denen das Notebook ähnlich genutzt wurde wie bei Ihnen. Eine Messung beim sparsamen Videoabspielen sagt wenig darüber aus, wie lange der Akku bei Videokonferenzen oder anspruchsvollen Programmen hält.

5. Anschlüsse und Programme zu spät prüfen

Zählen Sie vor dem Kauf die Geräte auf, die Sie anschließen möchten. Dazu gehören etwa ein externer Bildschirm und eine Maus, aber auch ein Kartenleser oder ein USB-Gerät. Schmale Notebooks haben oft weniger Anschlüsse. Adapter oder eine Dockingstation helfen, kosten aber zusätzlich Geld und müssen mitgeführt werden.

Prüfen Sie auch, ob Ihre wichtigen Programme auf dem gewählten Betriebssystem laufen. ARM ist eine Bauweise für Prozessoren. Bei Windows-Notebooks mit solchen Prozessoren können ältere Programme oder Spiele langsamer laufen oder inkompatibel sein. ChromeOS, das Betriebssystem von Google, bietet zudem nicht für jedes Windows-Programm eine passende Alternative. Wenn ein bestimmtes Programm unverzichtbar ist, suchen Sie vor dem Kauf nach bestätigten Angaben des Anbieters zur Kompatibilität.

Denken Sie auch an die Nutzungsdauer: Das Umweltbundesamt empfiehlt, vor einem Neukauf eine Reparatur oder Aufrüstung des vorhandenen Computers zu prüfen und bei einem neuen Gerät auf Haltbarkeit und austauschbare Teile zu achten. Fragen Sie für das konkrete Modell nach, ob sich etwa Arbeitsspeicher oder Akku ersetzen lassen.

Was eine gute Notebook-Beratung klärt

Eine gute Notebook-Beratung beginnt mit Ihrem Alltag: Welche Programme müssen laufen? Wird das Gerät täglich transportiert? Wie viele Dateien speichern Sie lokal? Welche Anschlüsse brauchen Sie? Mit den Antworten können Sie Modelle sinnvoll vergleichen. Datenblätter nennen technische Angaben. Praxistests zeigen zusätzlich, wie sich Tastatur, Bildschirm und Akkulaufzeit im Alltag bewähren.

Die Bezeichnungen „Notebook-Berater“ und „Die Notebookexperten“ sollten Sie dabei auseinanderhalten. Auf einer älteren Kampagnenseite von Cyberport wurde ein digitaler Notebook-Berater beschrieben. Er schlägt anhand Ihrer Nutzung und der gewünschten Ausstattung Modelle vor. „Die Notebookexperten“ bezeichnet einen Reparaturbetrieb in Löbau. Eine Verbindung zwischen beiden Bezeichnungen ist nicht belegt. Für Ihre Kaufentscheidung zählt daher vor allem, ob eine Beratung Ihre Anforderungen konkret abfragt und die vorgeschlagenen Geräte mit diesen Anforderungen abgleicht.