Das Notebook als Zweitgerät zum Desktop-PC
Ein Desktop-PC bietet Leistung, Aufrüstbarkeit und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer zusätzlich unterwegs arbeiten, lernen oder surfen möchte, fragt sich, ob sich ein Notebook als Zweitgerät lohnt.
Das hängt davon ab, wie oft Sie unterwegs sind und welche Aufgaben Sie außerhalb des heimischen Schreibtischs erledigen. Ein Notebook lohnt sich, wenn Sie regelmäßig an wechselnden Orten arbeiten und dafür keine volle Desktop-Leistung benötigen.
Wann sich ein Zweitgerät lohnt
Entscheidend ist, wie oft Sie das Notebook nutzen. Wer einmal pro Woche im Café E-Mails checkt oder am Wochenende bei den Eltern im Internet surft, braucht dafür kein eigenes Notebook. Ein Smartphone oder Tablet erledigt diese Aufgaben meist genauso gut. Ein Notebook wird erst dann zum sinnvollen Zweitgerät, wenn Sie regelmäßig längere Zeit außer Haus arbeiten. Das gilt zum Beispiel für Studierende, die in der Bibliothek lernen, für Berufstätige, die im Zug oder bei Kunden Texte schreiben, und für Menschen, die abends auf dem Sofa Videos schauen und dabei eine echte Tastatur und einen größeren Bildschirm schätzen.
Wer zu Hause einen leistungsfähigen Desktop-PC besitzt, sollte das Notebook bewusst als Ergänzung planen, nicht als Ersatz. Der Desktop übernimmt dann die rechenintensiven Aufgaben wie Videobearbeitung, Bildbearbeitung oder aufwendige Tabellenkalkulationen. Das Notebook dient für die leichteren Dinge unterwegs. Diese Arbeitsteilung spart Geld, weil das Zweitgerät keine Spitzenleistung bieten muss.
So viel kostet ein Zweitgerät
Ein Zweitgerät darf ruhig günstig sein. Für typische Alltagsaufgaben wie Surfen, E-Mail, Textverarbeitung, Videoanrufe und Streaming reicht ein einfaches Modell mit einem aktuellen Einsteiger-Prozessor, 8 Gigabyte Arbeitsspeicher und einer soliden SSD-Festplatte. Solche Geräte gibt es im Handel regelmäßig für einen günstigen Preis, ohne dass Sie auf Markenqualität verzichten müssen. Wichtig ist, dass Sie nicht an der falschen Stelle sparen: Ein zu schwacher Prozessor macht selbst das Öffnen mehrerer Browser-Tabs zur Geduldsprobe, und ein zu kleines Display ermüdet bei längerem Arbeiten.
Wer nur gelegentlich unterwegs arbeitet, kann auch über ein gebrauchtes Business-Notebook nachdenken. Ausgemusterte Firmengeräte sind oft robust gebaut, haben eine gute Tastatur und kosten deutlich weniger als Neugeräte. Der Akku ist bei solchen Modellen allerdings häufig schon verschlissen, ein Austausch kann je nach Modell ins Geld gehen. Rechnen Sie diesen Posten beim Kauf ein.
Worauf es beim Transport ankommt
Das Gewicht und die Akkulaufzeit entscheiden darüber, ob das Notebook wirklich überallhin mitkommt. Ein Gerät mit großem Display wiegt meist über zwei Kilogramm und ist im Rucksack deutlich spürbar. Kompaktere Modelle mit kleinerem Display sind leichter und für den täglichen Transport besser geeignet. Die Akkulaufzeit sollten Sie nicht nach den Herstellerangaben beurteilen, sondern nach Tests unabhängiger Magazine. Ein realistischer Wert für ein gutes Alltagsgerät liegt bei sechs bis acht Stunden Büroarbeit. Die oft beworbenen zwölf oder mehr Stunden erreichen Sie nur bei minimaler Helligkeit und wenig WLAN-Nutzung.
Achten Sie außerdem auf die Ladebuchse. Ein Notebook, das über USB-C geladen wird, lässt sich mit demselben Netzteil versorgen wie ein modernes Smartphone oder Tablet. Das spart Gepäck und erleichtert unterwegs das Aufladen, etwa an einem USB-C-Netzteil im Zug oder im Café.
Was das Zweitgerät an Ausstattung braucht
Für die Rolle als Zweitgerät reicht eine überschaubare Ausstattung. Ein Full-HD-Display ist heute Standard und völlig ausreichend. Die Tastatur sollte ein angenehmes Tippgefühl bieten, testen Sie das vor dem Kauf im Geschäft. Ein Touchscreen ist für die meisten Alltagsaufgaben unnötig und treibt den Preis in die Höhe. Auch ein separater Grafikchip ist überflüssig, die integrierte Grafik moderner Prozessoren bewältigt Videos und einfache Bildbearbeitung problemlos.
Wichtiger als die Ausstattung ist die Anschlussvielfalt. Zwei USB-A-Ports für Maus und USB-Stick, ein HDMI-Ausgang für den Beamer im Seminarraum und ein Kopfhöreranschluss decken die meisten Situationen ab. Wenn Sie regelmäßig Dateien zwischen Desktop und Notebook austauschen, lohnt sich ein Blick auf die WLAN- und Bluetooth-Fähigkeiten, damit Sie Daten kabellos übertragen können.
Typische Alltagsaufgaben für das Notebook
Die Stärke des Zweitgeräts liegt in den leichten, aber häufigen Aufgaben. Dazu gehören E-Mails und kurze Texte schreiben, im Internet recherchieren, Termine und Kontakte verwalten, Videoanrufe mit Familie oder Kollegen führen sowie Filme und Serien streamen. Für diese Tätigkeiten braucht es keine High-End-Hardware, aber eine zuverlässige Tastatur, ein helles Display und eine stabile WLAN-Verbindung.
Wer unterwegs an denselben Dokumenten weiterarbeiten möchte wie am Desktop, sollte die Dateien über einen Cloud-Dienst synchronisieren. Dienste wie OneDrive, Google Drive oder Dropbox legen die Dateien automatisch auf beiden Geräten ab, sodass Sie am Desktop aufhören und im Zug weiterschreiben können. Achten Sie darauf, dass die Synchronisierung vor dem Schließen des Notebooks abgeschlossen ist, sonst arbeiten Sie am Ende mit einer veralteten Version.
Wann der Desktop die bessere Wahl bleibt
Der Desktop-PC hat in bestimmten Bereichen klare Vorteile, die auch ein teures Notebook nicht ausgleichen kann. Für rechenintensive Anwendungen wie Videobearbeitung, 3D-Modellierung oder aufwendige Simulationen bietet ein Desktop bei gleichem Preis deutlich mehr Leistung. Die Aufrüstbarkeit ist ein weiterer Pluspunkt: Arbeitsspeicher, Grafikkarte und Festplatten lassen sich beim Desktop einfach tauschen und erweitern, während beim Notebook meist nur die SSD gewechselt werden kann. Auch die Anschlussvielfalt ist am Desktop größer, und ein großer Monitor mit ergonomischer Tastatur und Maus schont auf Dauer Nacken und Handgelenke.
Wer also zu Hause ein leistungsfähiges System braucht und nur gelegentlich mobil arbeitet, sollte das Geld in einen guten Desktop investieren und für unterwegs ein günstiges Notebook wählen. Wer dagegen fast ausschließlich mobil arbeitet und nur selten am Schreibtisch sitzt, ist mit einem einzigen, hochwertigen Notebook besser beraten als mit zwei Geräten.