Convertible-Notebooks: Tablet und Laptop in einem

Ein Convertible-Notebook ist ein Laptop, dessen Bildschirm sich um 360 Grad drehen oder komplett abnehmen lässt. Sie nutzen es wahlweise als Notebook mit Tastatur, als Tablet zum Zeichnen oder Lesen oder im Zeltmodus zum Präsentieren. Das Gerät lohnt sich, wenn Sie ein Tablet ersetzen möchten, aber nicht auf die volle Leistung und Tastatur eines Laptops verzichten wollen. Die Qualität schwankt stark, deshalb sollten Sie vor dem Kauf genau prüfen.

Zwei Bauformen: Convertible und Detachable

Die Begriffe Convertible und 2-in-1 werden oft synonym verwendet, bezeichnen aber zwei unterschiedliche Konstruktionen. Ein Convertible hat ein Scharnier, das den Bildschirm um 360 Grad dreht. Die Tastatur bleibt fest mit dem Display verbunden, Sie klappen den Bildschirm einfach nach hinten um. Das ergibt ein stabiles Gerät, bei dem die Tastatur im Tablet-Modus allerdings auf der Rückseite liegt.

Ein Detachable, oft ebenfalls als 2-in-1 bezeichnet, hat einen Bildschirm, den Sie vollständig vom Tastaturdock lösen. Ohne Dock ist das Gerät ein reines Tablet, mit angedockter Tastatur wird es zum Laptop. Diese Bauform ist leichter und näher am Tablet-Gefühl, hat aber den Nachteil, dass das Scharnier fehlt: Auf dem Schoß oder in instabilen Positionen wackelt das Display leichter.

Für das Zeichnen mit Stift eignet sich das Detachable oft besser, weil Sie das Display flach auf den Tisch legen können, ohne die Tastatur im Weg zu haben. Für klassisches Tippen über längere Zeit ist das Convertible mit festem Scharnier meist angenehmer, weil die Tastatur stabiler aufliegt.

Wofür sich ein Convertible eignet

Der große Vorteil dieser Geräte ist ihre Flexibilität. Im Alltag erledigt ein Convertible mehrere Aufgaben, für die Sie sonst zwei Geräte bräuchten. Im Zeltmodus, bei dem das Gerät mit der Tastatur nach unten aufgestellt wird, eignet es sich gut zum Anschauen von Filmen oder für Präsentationen, weil der Bildschirm frei steht und die Tastatur nicht stört. Im Tablet-Modus können Sie mit dem Stift Notizen machen, Skizzen anfertigen oder Dokumente signieren. Für Studierende, die Vorlesungsfolien bearbeiten und gleichzeitig Hausarbeiten schreiben, ist diese Kombination praktisch.

Wer hauptsächlich tippt und nur gelegentlich den Touchscreen nutzt, fährt mit einem normalen Laptop oft günstiger und bekommt dafür mehr Leistung. Der flexible Mechanismus kostet Aufpreis und das Scharnier ist ein zusätzliches Bauteil, das verschleißen kann. Wenn Sie den Tablet-Modus nur selten nutzen, zahlen Sie für eine Funktion, die Sie nicht brauchen.

Worauf Sie beim Kauf achten

Die Qualität der Convertibles schwankt stark, deshalb sollten Sie vor dem Kauf die wichtigsten Komponenten prüfen. Das Display ist das wichtigste Bauteil, weil Sie es sowohl als Bildschirm als auch als Tablet-Oberfläche nutzen. Achten Sie auf hohe Auflösung und gute Blickwinkel, denn im Zeltmodus oder beim Zeichnen schauen Sie aus anderen Winkeln auf den Bildschirm als beim normalen Tippen. Ein entspiegeltes Display ist für die Arbeit im Freien oder unter heller Beleuchtung hilfreich, glänzende Panels wirken beim Zeichnen oft kontrastreicher.

Die Tastatur muss auch im Tablet-Modus stabil bleiben. Testen Sie vor dem Kauf, ob die Tastatur beim Tippen auf dem Schoß durchfedert und ob das Scharnier den Bildschirm in jeder Position hält. Ein schwaches Scharnier lässt das Display beim Tippen wackeln. Das stört auf Dauer.

Der Stift ist bei vielen Modellen nicht im Lieferumfang enthalten. Prüfen Sie, ob der Hersteller einen Stift beilegt oder ob Sie ihn separat kaufen müssen. Die Stifttechnologie unterscheidet sich je nach Hersteller. Ein günstiger Ersatzstift von Drittanbietern funktioniert nicht immer zuverlässig. Wenn Sie regelmäßig zeichnen oder handschriftliche Notizen machen, sollten Sie den Stift vor dem Kauf ausprobieren.

Die Akkulaufzeit ist bei Convertibles oft kürzer als bei vergleichbaren klassischen Laptops, weil das Touchdisplay und der Stiftbetrieb zusätzlich Strom verbrauchen. Für den ganztägigen Einsatz unterwegs sollten Sie auf mindestens acht Stunden Akkulaufzeit achten. Die Herstellerangaben werden unter realen Bedingungen häufig nicht erreicht.

Leistung und Betriebssystem

Wie viel Leistung Sie brauchen, hängt vom Einsatzzweck ab. Für Büroarbeit, Surfen und Notizen reicht ein Prozessor der Mittelklasse mit ausreichend Arbeitsspeicher. Wer Videos bearbeitet, programmiert oder mit großen Dateien arbeitet, braucht einen stärkeren Prozessor und mehr Arbeitsspeicher. Achten Sie darauf, dass der Arbeitsspeicher bei vielen Modellen fest verlötet ist und sich später nicht aufrüsten lässt. Entscheiden Sie sich also gleich für die Größe, die Sie in den nächsten Jahren benötigen.

Beim Betriebssystem haben Sie die Wahl zwischen Windows, ChromeOS und in seltenen Fällen Linux. Windows bietet die größte Softwareauswahl und die beste Kompatibilität mit Stiftfunktionen. ChromeOS-Geräte sind günstiger und einfacher zu bedienen, haben aber Einschränkungen bei der Software, insbesondere bei professionellen Programmen. Wenn Sie bereits ein Android-Tablet oder ein Smartphone mit Android nutzen, passt ChromeOS gut in Ihr Ökosystem.

Wann sich der Kauf lohnt

Ein Convertible lohnt sich, wenn Sie ein Gerät für mehrere Zwecke suchen und bereit sind, Kompromisse bei Gewicht und Preis einzugehen. Die Geräte sind in der Regel etwas schwerer als reine Tablets und teurer als vergleichbare klassische Laptops mit gleicher Ausstattung. Wer ein Tablet besitzt und einen Laptop sucht, sollte prüfen, ob ein Convertible beide Geräte ersetzen kann. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Gepäck auf Reisen.

Wenn Sie bereits ein leistungsfähiges Tablet und einen separaten Laptop besitzen, ist ein Convertible meist überflüssig. Die Kombination aus zwei Geräten bietet mehr Flexibilität, weil Sie das Tablet unabhängig vom Laptop nutzen können. Ein Convertible zwingt Sie, den Laptop mitzunehmen, auch wenn Sie nur kurz etwas lesen oder zeichnen möchten.